Dachte ich wäre über dich hinweg. Ein abgeschlossenes Kapitel. Dachte ich hätte dich komplett aus meinem System verbannt. Eine Geschichte, die zu Ende erzählt worden ist. Die man bei Abenden mit zu viel Wein und Gin Tonic nochmal auspackt mit den Worten „Ach, weißt du noch…“.

Doch dann warst du wieder da. Irgendwie. Hatten uns ja auch lang nicht mehr gesehen. Nicht mehr so oft geschrieben wie vorher. Habe dich noch vor Monaten jeden Tag gebraucht. Jetzt nicht mehr so. Bin nicht mehr süchtig nach dem Kontakt mit dir. Konnte mich von dir losreißen. Nicht von heute auf morgen. Nicht wie Pflaster abreißen. Sondern mehr nach und nach. Von Tag zu Tag. Wie herzenswarmer Entzug. Habe rumgeknutscht. Rumgeliebt. Viel Rum getrunken. Doch anscheinend mehr rumgelogen. Mich mehr selbst angelogen. Mir was vorgegaukelt. Mein eigenes Theaterstück geschrieben. Verdrängung in 3 Teilen.

Und mit dir kamen auch all die Dinge wieder, die ich so an dir mag. Oder mochte. Wer weiß das schon. Deine Leidenschaft. Dein Herz. Dein Blickwinkel. Und all die Dinge, die ich so sehr an dir hasse. Deine Sturrheit. Deine Kälte. Dein Neuer. Hatte ihn schon auf dem Bild mit dir gesehen. Stand da so neben dir. Lächelnd in die Kamera. Hübsch sieht er aus. Wusste ohne zu fragen, dass er das ist. Kenn‘ dich eben doch.

Und dann sah ich dich mit ihm. Im Klub. Im Hintergrund lief gerade Ariane Grande und mein Herz schlug schneller als der Beat. Dein Arm um ihn gelegt. Küssend. Vertraut. Zugeneigt. Sahst mich und war dir unangenehm. Sah ich dir an. Und ich, ich stand nur so da. Wusste nicht was ich machen sollte. Und dir ging es wohl ähnlich. Wusstest nicht was du sagen solltest. Weil es keine Grußkarten-Sätze für diese Situationen gibt. Kamst zu mir und fragtest, ob ich ihn kennenlernen will. Kämpfte mit mir selbst, ob ich wirklich die Tatsache, die mein Kopf schon längst verstanden, mein Herz aber noch nicht akzeptiert hatte, Wirklichkeit werden lassen wollte. Und wie ein Polaroid-Bild, bekam alles plötzlich konkrete Umrisse. Konturen. Wurde mit Farbe gefüllt. Er ist nun nicht mehr der Neue. Hat jetzt einen Namen. Ein Gesicht. Kenne seine Stimme. Weiß wie er sich bewegt. Wie er dich anschaut. Kenne den Blick nur zu gut. Stehe da so und rede mit ihm. Wie es ihm so geht und was er so macht und denke mir nur: „Was mach ich hier bloß?“

Bist glücklich, sagst du. Siehst auch so aus. Glücklicher als du jemals mit mir ausgesehen hast. Und ich bin mir sicher, er ist wunderbar. Dein Neuer ist wahrscheinlich auch einfacher. Nicht so impulsiv und emotional. Nicht so chaotisch und kompliziert, wie ich. Bin mir sicher, dass er dich glücklich macht. Hoffe, dass er dir all das gibt, was ich dir nie geben konnte. So sehr ich es auch versucht habe. Hab gedacht das vielleicht Ausnahmen die Regel bestätigen. Doch war ich leider mehr die Regel, als die Ausnahme.

Und ich wünsche dir, dass du glücklich bist. Ist gelogen. Aber irgendwann. Da stimmt das hoffentlich. Mein ich das ernst. Dass du einfach, das alles vergisst. Diese nie-enden wollende Geschichte. Mit mir und dir und uns. Hoffe, dass du nicht zurück blickst. Kein schlechtes Gewissen mehr hast. Dich nicht entschuldigst. Dafür wie du dich nun mal einfach fühlst und wen du liebst. Hab dein Lächeln vermisst. Hast es aber ja jetzt wieder gefunden. Meins ist leider noch nicht aufgetaucht. Und das vermisse ich.

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