Gestern Abend war der Himmel noch lila. Heute eher eine Mischung aus grau und Tristesse. Die lila Wolken sind verschwunden. Sind verblasst. Gewitterwolken machen sich breit. Mit Donner so laut wie deine Worte und Blitzen, die weh tun, wenn sie mich treffen.

Denn wir sind nicht mehr. Das endgültige Aus der Möglichkeit eines Wir’s. Doch was waren wir überhaupt? Außer Nichts und trotzdem doch so vielem. Meine perfekte Illusion. Sind nur Freunde hast du gesagt. Mehr Gefühle hast du nicht für mich, hast du gesagt. Und hinter all deiner Ehrlichkeit und Transparenz, die mich auf das hätte vorbereiten sollen, lag die Hoffnung. Lag die Hoffnung, dass du sehen würdest, was wir beide hätten sein können. Ich war mir so sicher, dass du auch so fühlen würdest wie ich. Doch du und ich sind eben kein wir. Sind eben nur du und ich.

Und nun fühl ich mich wie ausgekotzt. Hab das Gefühl, dass all die Schmetterlinge in meinem Bauch einfach nur noch raus wollen. Frei sein wollen. Eingemottet werden wollen. Als wenn alle Songtexte plötzlich nur noch von dir handeln. Selbst die von Taylor Swift oder Justin Bieber. Oder vielleicht gerade die.

‚Cause I knew you were trouble, when you walked in. Just go ahead and love yourself.

 Ich bin enttäuscht. Verwirrt. Und vor allem traurig. Möchte einfach nur noch weinen. Oh, fuck, was würde ich dafür geben einfach heulen zu können. Möchte dich mit jeder Träne aus meinem System verbannen. Möchte dich vergessen und weitermachen. Möchte mich wieder genug fühlen, auch ohne dich.

Denn Baby, du warst mein Lieblingstrack. Hab dich auf Repeat gehört. Hab das Lied pausiert, weil ich nicht wollte, dass es aufhört. Und dein Herzschlag war der Beat. Der Bass, der meinen ganzen Körper tanzen ließ. Doch der Track hat nun einen Sprung. Spielt nicht mehr. Ist nicht mehr mein Lieblingslied. 

Und oh Baby, du warst mein Lieblingsort. Warst mein Miami Beach in Cöllefornia. Warst meine Homebase in all dem Chaos. Doch du bist weggezogen. An einen anderen Ort. Hast Sack und Pack genommen und warst auf und davon. Und nun stehe ich hier. Inmitten von unangerührten Umzugskisten voller Gefühle und Erinnerungen. 

Und oh Baby, du warst mein „favorite cup of tea“. Warst mein „hug in a mug“ und hast all die Dinge, die irgendwie falsch waren, ein wenig richtiger gemacht. Doch Tee trink ich schon lange nicht mehr. Ich trink jetzt Kaffee. Ohne Milch. Schwarz. Und viel davon. Und so wie ich, ist auch mein Kaffee an diesem Morgen bitter. Auch ein wenig wie du. Zu stark auf den ersten Blick. Ungenießbar. Doch mit jedem Schluck, sehnt man sich ein wenig nach mehr.

Und oh Baby, du warst der Hauptdarsteller in meinem Leben. Warst der Protagonist, der all die Bösewichte des Alltags in die Flucht geschlagen hat. Doch in deinem Film war ich nur Statist. Eine Nebenrolle. Austauschbar. Wie Leonardo, habe ich sehnsüchtig auf meinen Oscar gewartet. Doch der Moment von Glanz und Glitzer blieb aus. Unser Film wurde kein Blockbuster. Kein Hollywood-Movie. Kein Stern auf dem Walk of Fame.

Und oh Baby, ich mach jetzt keine Bilder mehr von lila Himmeln. Bleib nicht mehr wach, bis die Wolken wieder lila sind. Doch wenn ich dieses Lied höre, welches du mir vorgespielt hast. Wenn ich die Eisdiele sehe, in der du mir ein Zitroneneis gekauft hast. Wenn ich deinen Namen in meinem Kontaktbuch sehe, ganz oben auf der Liste. Wenn ich an all die kleinen Dinge denke, die dich dich so besonders machen. Dann merke ich, wie sehr du der  Mittelpunkt in meinem Leben warst. Doch in deiner Welt war ich nur der Hintergrund.

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4 Gedanken zu “Von dir ‚oh Baby‘.

  1. Ich schreibe eigentlich nie Kommentare aber deine Texte sind als wären sie für mich geschrieben! Toll geschrieben, so dass man sich völlig drin verliert und alle vorigen Gedanken für den Moment des Lesens verschwinden.
    Ich werde sicher immer wieder hier vorbei schauen!

    Gefällt mir

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