Hand auf’s Herz. Von Zeit zu Zeit, denkt jeder von uns mal an den oder die Ex. Wie der Überlebenstrieb, liegt es in unserer Natur wissen zu wollen, was aus ihnen geworden ist und wo zur Hölle, sie sich grade eigentlich aufhalten. Aber, wenn du dich grade nach dem Ende einer weiteren Beziehung befindest, in deinem Hoodie auf deiner Couch liegst, die Pizzaschachtel neben dir steht und auf deinem Laptop die 10. Wiederholung von deiner Lieblings-Sitcom läuft. Wenn du dein Handy in der Hand hast und mittlerweile bei seinen Instagram-Fotos von vor 2 Monaten bist, tu mir einen Gefallen. Like das Bild nicht!

Social Media ist eine kleine Bitch, wenn es darum geht, über unsere Ex’s hinwegzukommen. Wie Genitalherpes, kommt immer wieder ein neues Bild oder ein neuer Post genau dann in deine Timeline, wenn du es am wenigsten gebrauchen kannst. Wenn du grade fast dabei warst, nicht mehr an ihn oder sie zu denken. Wer hat sich nicht schon mal selber dabei erwischt, wie er doch das Facebook-Profil noch mal aufgerufen hat. Oder die Instagramposts durchgegangen ist und sich gefragt hat, ob der melancholische Songtext von Philipp Poisel grade über dich ist. Das Leben des Anderen ist prinzipiell 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche abrufbar. Und man findet sich selbst schnell wieder in all den Erinnerungen. In all der Vermissung. In dem Bedürfnis all das wieder haben zu wollen. Und hier wird’s genau gefährlich.

Um ehrlich zu sein, bin ich selbst ganz schön beschissen darin Schluss zumachen. Das fängt bei meinem Handyvertrag an, den ich einfach aus Gewohnheit seit 5 Jahren habe und hört bei der Liebe und Freundschaften nicht auf. Nach dem Ende, befinde ich mich meistens auf Spurensuche. Wie Sherlock Holmes suche ich nach irgendwelchen Hinweisen, dass die Person, mich vielleicht doch noch mag. Dass ein Funke von Fürsorge und Interesse doch noch bei ihr geblieben ist. Ich verbringe meine Zeit damit alte What’s App Nachrichten durchzulesen, durch alte, gemeinsame Bilder auf Facebook durchzugehen und in Erinnerungen zu schwelgen. Und oh Boy, bin ich ein Meister da drin, dich betrunken anzurufen oder dir diese peinlichen Nachrichten zu schreiben.

Es ist ein Teufelskreis. Eine Spirale, die sich irgendwie nicht brechen lässt. Weil es so einfach ist und auf eine völlig abstruse und krankhafte Art und Weise unglaublich befriedigend ist. Aber um mal Tacheles zu reden: Den Ex zu stalken wird dir immer das Gefühl von einem Haufen Scheiße geben. Und hier rede ich nicht von einem kleinen Haufen. Nein, ein richtig monströs, großer Berg an Kacke. Du wirst deinen eigenen Wert in Frage stellen und dich dazu bringen, all die Entscheidungen der Vergangenheit zu hinterfragen. Es wird dir dein Herz erneut brechen. Das was davon noch übrig geblieben ist, in noch kleinere und feinere Teile zerschmettern. Wenn du plötzlich merkst, dass er nun jemand anderes mit dem gleichen Blick anschaut, der einst nur dir galt.

Also hier ein Rat von mir. Ein Tipp von jemandem, der sich andauernd selbst therapiert: Blockier sie. Überall. Auf jedem Profil. Es mag übertreiben und drastisch klingen. Doch, wenn die Leichtigkeit der Erreichbarkeit verschwunden ist, so wird auch der Drang verschwinden vor dem Schlafen gehen zu sehen, was er grade macht. Nach und nach. Wenn du nicht bei jeder Kleinigkeit an all die Dinger erinnert wirst, die nicht mehr deins sein werden und nicht mehr zu dir gehören, wirst du dich schneller an ein neues Leben gewöhnen. Ein Leben ohne ihn. Und dir wird es vermutlich besser gehen. Es wird dir besser mit dir selbst gehen und deinem Leben. Denn du hast dich losgelöst. Hast dich freigemacht. Von ihm und von dem Teil deiner Vergangenheit. Also, tu dir selbst und deinem zukünftigen Ich einen Gefallen.

Blockiert.

 

 

 

 

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Ein Gedanke zu “Von Ex’s und Social Media

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