Und ich habe es schon wieder getan. Hab das gemacht, wovor mich alle gewarnt haben. Habe all meine Hoffnungen, Wünsche und Träume in eine Person gesteckt. Früher habe ich mir immer selbst eingeredet, dass ich nicht die Person sei, die auf Andere wartet. Stark, unabhängig, für sich selbst sorgend. Und nun lieg ich hier. Erbärmlich mit meinem Handy in der Hand.

Und wie oft saß ich heut da und versuchte mir einzureden, dass es mir egal ist. Mir egal ist, was du grade machst. Wie es dir geht. Ob du gegessen hast. Und ob du wieder zu viel Kaffee getrunken hast. Wie oft habe ich mich dabei erwischt zu sagen, dass du deine Gründe hast. Deine Gründe, warum du mir nicht antwortest. Warum du online bist und doch nicht erreichbar bist. Warum du meine Nachrichten liest und doch nicht antwortest. Wie oft mein Herz stehen blieb, bei jeder Vibration meines Handys. Schmerzlich wartend auf eine Nachricht, von dir. Eine Nachricht, von der ich weiß, dass sie nicht kommen wird.  Mich dabei ertappt, wie ich mir Ausrede nach Ausrede zusammengelegt habe. Mir ein Kartenhaus aus Illusionen und schönen Worten gebaut habe. Um all die Dinge zu rechtfertigen, die ich nicht verstehe.

Und ich mag mir noch nicht die harte Realität eingestehen. Bin noch nicht bereit für den Schmerz. Möchte wieder Kaffee mit dir am offenen Fenster trinken. Möchte mit dir wach im Bett liegen und Luftschlösser und Traumburgen bauen. Möchte dein Sweatshirt tragen, welches mir viel zu groß war und doch so bequem. Dein dümmliches Lächeln sehen. Dein dümmliches, blödes, wunderschönes Lächeln. Möchte dir sagen, dass ich dich vermisse. Nur ein wenig.

Und ich möchte hier nicht sein, wo ich grade bin. Weil ein vielleicht, eben doch nur ein vielleicht ist und meistens doch wirklich ein nein ist. Es ist viel mehr ein „Ich mag dich, aber nicht genug um zu bleiben“. Ein „Ich vermiss dich, aber nicht so sehr, dass ich bei dir sein möchte“. Meinen Stolz schlucke ich runter. Vergraben unter einem Stapel von schönen Erinnerungen. Hoffe, dass aus etwas Aussichtslosem vielleicht doch noch etwas werden könnte. Aus einem vielleicht eben doch noch ein „unter Umständen“ wird.

Doch du bist nicht mein Prinz auf dem Pferd. Bist nicht der Retter in silberner Rüstung.  Wie Moneyboy nie schreiben wird wie Goethe, so wirst du mich auch nie so mögen, wie ich es brauche. Wirst mir nicht schreiben „Ich vermiss dich“. Wirst nicht neben mir aufwachen.  Wirst mich nicht in den Arm nehmen und sagen „Ich bin da. Alles wird gut“. Und doch, entgegen aller Vernunft, aller Logik ist es genau das, was ich mir grade so sehr wünsche.

Hallo unerwartete, glücklich Wendung. Ich wäre dann jetzt soweit.

 

 

 

 

 

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Ein Gedanke zu “Von Hoffnungen und Moneyboy.

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