Ich wollte mich gar nicht in dich verlieben. Du hattest dieses gefährliche Schmunzeln und warst ein kleiner Hitzkopf. Du warst stur und jung. Und rebellisch und so wunderbar leidenschaftlich. Schnell war ich in deinem Bann gefangen und fühlte mich wohl. Es sollte unkompliziert starten. Eine kurze Bekanntschaft, dachte ich mir.

Doch wenn ich eine Routine in meinem Leben haben, dann die, dass ich immer alles bis in die Extremen treibe. Und so auch mit dir. Schnell verlor ich mich in deinen Worten. Klebte mit meinen Augen an jedem deiner Sätze. Schön klangen sie. Wie Summer of 69 hören. Im Sommer mit nackten Füßen und Wassermelonen-Mund.

Du wurdest zu meinem zu Hause. Eins, welches mir bis dahin unbekannt war. Ganz neu und anders. Und gerne verbrachte ich Zeit mir dir. Tanzten die Nächte durch, hörten laut Musik und lachten. Unbeschwert und ganz frei von Sorgen. Du zeigtest mir deine Welt. Wie Aladdin und Jasmin schwebten wir auf unserem fliegenden Teppich. Vorbei an all den bunten Farben und schillernden Figuren. Ausgeführt hast du mich. Bittersüß an der Nase rumgeführt hast du mich. Mir all deine Freunde vorgestellt, denn Ich war der einzige für dich. Etwas Besonderes. Ein Unikat zwischen all den Mainstream-Kopien dort draußen. Du hast die besten und die schlimmsten Seiten von mir sehen dürfen. Momente, in denen ich high war. High auf Euphorie und Ekstase. Völlig atemlos und desillusioniert. Und Momente in denen ich am Boden war. Ein Häufchen voller Elend. Verkrochen in meinem Schneckenhaus aus Selbstmitleid und Trauer.

Doch der anfängliche Komfort den du brachtest verschwand nach und nach. Wir lebten uns mehr und mehr auseinander. Verbrachten öfters Nächte getrennt voneinander. Wir stritten. Lange und manchmal unerbittlich. Ich mit Worten und du mit deinem gefährlichen Schmunzeln und deinem Hitzkopf. Unsere Beziehung bekam Risse und zerbrach in 1000 kleine Teile, die zu schwierig waren um wieder zusammen gefügt zu werden.

Doch ich hoffte. Ich hoffte mit aller Energie die ich hatte, dass wir noch existierten.

Du und Ich. Wie Bonnie & Clyde. Wie Kim & Kanye. Wie Beyoncé und Jay-Z.

Doch die Zeiten von Crazy in Love waren vorbei und wir waren alles andere als „Flawless“. Wie ein Masochist blieb ich bei dir.  Blieb bei dir, obwohl es weh tat. So sehr. Jeden Tag. Versuchte etwas zu reparieren, was schon längst nicht mehr repariert werden konnte. Und vielleicht wollte. Oder sollte? Unser fliegender Teppich hatte Risse bekommen. War ein Flickenmeer. Mehr ein Albtraum als Traumwelt. Kaum noch zusammen gehalten von Nähten und immer dünner werdenden Fäden.

Und nach dem Streit und langem Kämpfen, kam der Herzschmerz. Unerwartet und doch so vorhersehbar. Ich hatte mich fallen lassen mit allem was ich hatte und hatte mich dabei verletzt. Schürfwunden am Körper. Blaue Flecken von all den Momenten, wo ich hätte gehen sollen, aber geblieben bin. Ich erkannte mich selbst nicht wieder. Du hattest mich zu jemandem gemacht, der ich nicht sein wollte. Den ich nicht mehr kannte und auch nicht kennen wollte.

Es gibt noch kein Ende von dieser Geschichte. Kein Happy-End oder dramatischer Abgang nach 3 Akten. Das Leben ist dann manchmal eben doch nicht wie in den Hollywood-Filmen mit viel Glitzer und Spotlight. Wenn der Abspann schon läuft, die Zuschauer schon weg sind und man nur noch rennt. Immer weiter. Mittlerweile gefühlslos. Taub und wie in Trance. Und man sich fragt, ob man nicht am Ende selbst schuld war. Ob man sich nicht einfach selbst verändert hat. Einfach so. Ohne Grund. Dass du gar nicht der Schuldige bist. Du mit deinem gefährlichen Schmunzeln und deinem Hitzkopf.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s